Alp-Sommer 2020

alp sommer 2020

Corona Sommer 2020: Auch wir auf der Alp Spilau-Seeli wurden mit dem Covid 19 konfrontiert. Wir setzten die Gesundheitsbestimmungen vom BAG um, veröffentlichten diese auf unserer Homepage und konnten den Betrieb in unserem Beizli mit den Übernachtungen ohne Ereignisse aufrechterhalten. Unsere Vorängste, dass Gäste kommen, welche die intakte Schönheit der Natur verunreinigen könnten, wurde zum Glück nicht bestätigt. Sie alle liessen sich es wohl fühlen, genossen die Ruhe, den idyllischen Bergsee und vergassen während dieser Zeit ein wenig den Covid 19. Wie überall in den Schweizer Bergen waren auch bei uns mehr Wanderer als in den vergangenen Jahren. In unserem gemütlichen Beizli gerieten wir an einem schönen Sonntag fast an die Grenzen des Möglichen. Spürten sogleich das nötige Verständnis der Besucher, das wieder unserem ganzen Team die nötige Motivation gab. Viele Leute, die bei uns auf der Alp zu übernachten beabsichtigten, mussten wir enttäuschen, da wir die Platzverhältnisse den Vorschriften angepasst haben. Wir hoffen für diese, dass es in einem zukünftigen Sommer klappt. Der Alpsommer begann am 23. Mai und brach den Rekord von früheren Jahren um einen Tag. Es folgte leider in den ersten drei Wochen ein Wetterphase mit schlechtem Graswuchs. Anfangs zu trocken, mit kalter Biese und anschliessend nasskalt. Darauf folgte sehr wüchsiges Wetter mit wechselnden Phasen von Sonnenschein und Regen. Der herrliche milde Herbst genossen wir Älpler mit Kühen und Kälbern in vollen Zügen. Dieser gab dem Sommer noch das Pünktchen auf das I. Schlussendlich dauerte der Sommer 121 Alptage. Eine längere Schönwetterphase in der ersten Augusthälfte animierte uns zu einer nicht alljährlichen Absicht. Tobias, unser Sohn, fragte mich, ob wir nicht wieder mal, nach Jahren, ein umfangreiches Wildiheu starten könnten. Er meinte somit das Erstellen von einer Heutriste. In meinen Gedanken fing es an zu bohren, von früheren Lebenserinnerungen, von den vielen verschiedenen Standorten, wo hübsche Tristen standen, die dem Wetter über den ganzen Winter trotzten und am darauffolgenden Sommer den Kühen ohne jeglichen Heuverlust verfüttert werden konnte. Mich packte eine noch nicht erloschene Leidenschaft. Ja aber dazumal war ich noch jung, voll Saft und Kraft. Wie bewältigen wir mit unserem Team die zusätzliche Arbeit? Ich entgegnete «Tobias, dafür brauchen wir fast 20 Bingu Heu!» Bingu ist ein Heuburdi und diese Heuburdi ist ein Netz mit ca. 10 auf 10 cm grossen geknüpften Maschen mit einer totalen Grösse von 2 auf 2 Meter. Daran ist ein 6 Meter langes Seil geknüpft mit dem den ganzen Haufen Heu zu einer runden Form festgeschnürt wird. «So viel Heu von Hand mit der Sense zu mähen, wer leistet dies? Und dies vom «Siwfass» runterzuholen müssen wir im oberen Bereich ein Stahlseil spannen und weiter unten auch noch Eines. Ohne durch die Luft können wir das Heu nicht holen, da das Gelände zu steil ist. Eine Alternative wäre noch der Helikopter!» Nach längerem hin und her starteten wir die Idee. Tobias beschaffte auf dem Heimbetrieb in Altdorf das nötige Material und Werkzeug dazu, wie z.B. Habegger, Briden, Kluppen usw. Ich suchte nach zusätzlicher Hilfe, die ich zum Glück bei unserem langjährigen treuen Helfer fand. In den folgenden Tagen hörte man immer wieder das gleiche Klopfen vom Hammer, wenn er auf die Sense schlug, um das Metall dünner zu klopfen. Das sogenannte « Dängälä» ist ein altes Handwerk, um die Sense für längere Zeit zu schärfen. Kurzfristig wird «gewetzt», da nimmt man den Wetzstein aus dem zylinderförmigen Behälter, der am Hosengurt eingehängt ist und zieht ihn vorsichtig, ohne sich selber zu verletzen, über die scharfe Seite der Sense. Als Geheimtyp fühlen wir nicht nur Wasser in das Wettstein-Fass, sondern sauren Apfelmost. Der erhöht die Schliffleistung. Insgesamt durften wir 21 Bingu, die jeweils mit Eisenhacken am Stahlseil eingehängt werden an den zwei Seilen zur Alphütte herunterlassen. Das war ein Mordsgaudi, wenn sie unten am Boden einschlugen. Oft wurde der Spektakel mit einem Jauchzer von uns begleitet. Am darauffolgenden Tag wurde die Triste gebaut. Unser Zivi Fuchsi «Zivildienstleistender» hievte unermüdlich Bündel um Bündel mit der Gabel hoch und Tobias legte oben büschelweise zurecht. So entstand ein dauernd höheres Podium. Ich lieferte meine Erfahrung ein, in dem ich Tobias durfte lernen, wann er enger werden soll mit der Plattform, die er mit grosser Geduld fest stampfte. Nun ist der in zwischen zum grossen angewachsenen Haufen Heu mit der Holzlatte in der Mitte in einer entscheidenden Phase. Wird der Radius zu schnell enger, dann ist der Spitz zu wenig lang in der Form und das Regenwasser läuft zu langsam ab. Wird der Radius zu langsam enger, dann wird sie so hoch, dass der Fuchsi zu kurzen Armen und Gabel hat, weil die Triste zu gross wird. Und das Schlimmste würde eintreffen, wir hätten zu wenig Heu für einen schönen Spitz zu machen. Inzwischen hat Tobias kein Podium mehr, kann kaum mehr stehen ohne sich fest an der Holzlatte zu halten. Nun gebe ich ihm die verschieden dicken vier «Kränze» hoch, die ich vorgängig gedreht und gewunden habe mit einem Gemisch von Gras und Heu, die verhindern das Eindringen von Regenwasser beim Spitz der Triste. Vom ersten armdicken bis zum letzten fingerdicken wickelt er diese unter meinen Anweisungen mit stöhnen um die Latte, da er fast kein Platz mehr hat zum Stehen. Wer die Triste im nächsten Sommer anschauen möchte, sie steht beinahe beim Beizli. Ich wünsche allen, bleibt gesund und ein Bhüet Gott.

Saisonende

Bis am Sonntag den 23. August habe wir unser gemütliches Alp- Beizli noch offen für Euch. Am Montag ziehen wir mit den Kühen in die tiefer gelegene Alp Alplen. Wir „Dankä“ herzlich allen Gästen die bei uns weilten. Wir freuen uns schon wieder auf nächstes Jahr.

Grüsse an alle. Fam. Furrer mit Alpteam

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Wir sind wieder auf der Alp (Teil 2)

Heute am 27. Mai mit den Mutterkühen aufgestiegen in Färnen und Proholz.

Letztes Jahr war es der 21 Juni.

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Bilder von der Alp

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