Bericht vom Sommer 2015

Jeden Herbst, wenn ich den Alpsommer auf das Papier verfasse, merke ich, wie von Jahr zu Jahr so Vieles wieder anders ist. Dabei schätze ich die grosse Abwechslung in unserem Beruf. Wir Älpler sind wetterabhängig und dies bringt die spannende Ungewissheit. Dies hat der letzte Sommer uns allen mal wieder präsentiert. Für uns auf der Alp war der Sommer kurz gesagt einfach super. Der war das pure Gegenteil vom letztjährigen. Wenn die Leute im Tal schwitzten, dann war es bei uns gerade angenehm. Und wenn es im Tal angenehm war, dann frieren wir oben. Aber wie immer den Einten Freud des Andern Leid.

Am 2. Juni ging es auf den 1400 m.ü.M gelegener Unterstaffel Alplen. Und am 26. Juni mit 24 Milchkühen zum Spilau-Seeli. Dies ist eher früh im langjährigen Schnitt, aber wenn man die letzten Jahre vergleicht, ist es normal geworden. Das Gras wuchs wegen der grossen Wärme viel zu schnell. Die Kühe mochten nicht genug fressen, was fortlaufend nachwuchs. Im Herbst war das Gras nicht alles abgeweidet und wir mussten gerade suchen, an welchen Orten wir  den Mist verteilen konnten. Für die Käseproduktion war es gut, möglichst lange in den Herbst hinein ein volles Käsekessi Milch zu verarbeiten. Jedoch für die Weideflächen war es nicht von Vorteil. Wenn dies über mehrere Sommer andauern würde, dann würde die Verbuschung stark zunehmen.

Dank dem trockenen Wetter hatten wir keine Kuh mit verletzten Klauen. An sowas kann ich mich noch nie erinnern. In dem Zusammenhang kommen Erinnerungen auf von früheren Jahren mit Schnee und nassem Wetter, als über die Hälfte der Kühe mindestens einmal in den Klauenstand mussten. Ja richtig dankbar waren wir heuer. Kein Schnee, kein heftiges Gewitter mit Hagel, genug Gras und viele zufriedene Gäste, die den See freilich genossen mit einem kühlen Bad. Wie oben im Bild der 23 jährige Sebastian von Bayern, der den ganzen Sommer nebst Miriam zu unserem  treuen Helfer- Team gehörte. Auch der 20 jährigen Studentin  Miriam aus der Stadt Freiburg, kam der heisse Sommer voll entgegen. Da sie den Sport Langstreckenschwimmerin pflegte, war der Spilauer-See häufig am Abend ihr Übungsbecken. Ja die schoss los wie ein Pfeil, während wir Anderen bloss eine kleine Runde schwammen. Unser Team verstärkte für je drei Wochen auch die Berufs Meteologin Christa von Zürich zum ersten Mal und der immer wieder treue pensioniert Helfer Horst von Mitteldeutschland. Zudem selbstverständlich auch unser langjähriger,  bald schon zur Familie zählender Othmar, der mit regelmässigen Einträgen im Gästebuch von unsere Homepage alle auf dem Laufenden hielt. Auch Uwe vom Frankenland kam wieder für eine Woche tatkräftig zum Mithelfen. Das Glück wollte, dass wir gerade in dieser Zeit zwei Alpgebäude neu eindeckten. Auch Christian war zum zweiten Mal für zwei Wochen bei uns arbeiten. Mariette von Und unser jüngster, aber sehr motivierter Oliver aus dem Kt. Luzern, war wieder mit von der Partie. Gut hatten wir wiederum so viele gute Helfer, da unsere zwei ältesten Töchter, zwanzig und zweiundzwanzig jährig, von Juni bis November in Neuseeland auf zwei verschiedenen Farmen Kühe melkten.

Die Aufgabe als Hirten für die 16 Mutterkühe mit Kälbern in den beiden Mittelstäffel,  meistersten wiederum Wisi und Magdalena zu unserer besten Zufriedenheit. Wisi war noch so fit mit Siebzig und half immer mit auf dem Stalldach, die neuen Schindeln anzunageln. Sie zwei hatten ein Bekanntenpaar zu Besuch aus Australien. Dieses weilte volle zehn Tage auf der idyllisch gelegener Alp Proholz. Gerry, der Ehemann war eine super Mithilfe beim Erstellen vom neuen Schindeldach. Ich selber kommunizierte mit ihm nur mit Händen und Blicken, da er eben nur Englisch sprach. Dies war schon ein bisschen speziell, aber es ging gut und für mich war ja vor allem wichtig, dass er gut nageln konnte!!! Mit dieser Hilfe und dank immer schönem Wetter konnten wir eine Seite vom Stall decken. Die Holzschindeln habe ich im Winter selber hergestellt. Ein Bericht dazu gibt es auf www.alp-spilau.ch unter Downloads. Das Alte Schindeldach war 37 jährig. Die Sonnseite wurde zuerst gemacht, da die Schattenseite nicht so schnell verfault. Bei Zeit, Gelegenheit und schönem Wetter werden wir die andere Seite auch mit Schindeln decken und so gibt es auf  der Alp Proholz nur Schindeldächer auf den Gebäuden. Gerry kann dann von Australien wieder herfliegen.                                                                                                                                                             Im Gegensatz zum letzten Sommer haben wir wieder Wildiheu sammeln können, über 20 Bingel. Dank dem schönen Wetter haben uns viele Käsekunden und Gäste besucht und haben zum Teil auf der Alp Spilau-Seeli übernachtet. Als speziell zum Erwähnen ist sicher die Familie aus Wien, die den Familiennamen SPILAUER tragen. Es sei ihren Wunsch seit bald zehn Jahren gewesen, mal die Spilau aufzusuchen.

Am Schluss sei allen Dank, die unsere Alp auf irgendeine Art unterstützen. Wir wünschen allen viel Glück und Zufriedenheit.    

7. November


Agnes staunt über die Arbeit der Wühlmäuse. Unser schönen Rasen haben die kleinen Tiere so heftig zerstört. Bis wann gehen die wohl in Winterpause!

Herrlich, die warmen Sonnenstrahlen.

Alpabtrieb












Fam. Furrer www.alp-spilau.ch
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Bilder von der Alp

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